Aufnahmedatum: 24/03/2017
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Irmgard Keun: Kind aller Länder

Irmgard Keun war eine der populärsten Schriftstellerinnen der Weimarer Republik. Ihr Bekanntheitsgrad ist aber – nach einer kurzen, noch zu ihren Lebenszeiten beginnenden Wiederentdeckung Ende der 1970er-Jahre – nach der Jahrtausendwende schon wieder verblasst. Dabei zeichnet sich Keuns zeitkritisches, der neusachlichen Ästhetik verpflichtetes Werk nicht nur durch eine bis heute andauernde inhaltliche und formale Modernität aus, sondern es ist auch bezüglich der Frage nach den Bedingungen des Gelingens weiblicher Identitätsfindung sowie weiblichen Schreibens aktuell geblieben. "Kind aller Länder" ist ein 1938 erschienener Exilroman, der die Flucht einer dreiköpfigen deutschen Familie vor dem Nationalsozialismus aus der Perspektive der Tochter Kully schildert.

Zum Semesterauftakt ist eine Lesung mit Podiumsdiskussion geplant, die für die Universitätsöffentlichkeit angeboten wird. Eine Bürgervorlesung "Irmgard Keun – Eine Wahlkölnerin wiederentdeckt" richtet sich auch an ein außeruniversitäres Publikum. Im Rahmen von Lehrveranstaltungen und einem Workshop soll über das Semester hinweg eine intensive Auseinandersetzung mit dem Roman angeboten werden.