Aufnahmedatum: 06/04/2018
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Tief in eine Lektüre versunken, vergessen wir oft unsere Identität und befinden uns in einem fremden Leben. Wir gehen in Manhattan spazieren, obwohl wir in Köln leben. Wir werden Zeugen einer Folter unter einer Diktatur oder backen Madeleine im Paris der dreißiger Jahre. In einem Text können wir das Geschlecht wechseln, wieder ein Kind sein, sogar ein Tier oder eine Pflanze sein. Ein Identitätsspiel ist ein Versuch, den Menschen in seiner Verwandelbarkeit zu verstehen. Die Literatur hat sich schon seit Tausenden von Jahren mit dieser rätselhaften Kunst der Verwandlung beschäftigt.
›Beyond Identities‹ heißt das Thema der Poetica IV, gesetzt von der deutsch-japanischen Kuratorin Yoko Tawada, die zum Auftakt der Festivalwoche alle Autoren in Lesungen und Gesprächen vorstellen wird. Hinzu kommen Grußworte und ›minima poetica‹ vom Rektor der Universität zu Köln, Axel Freimuth, sowie von Günter Blamberger vom Wissenschaftskolleg Morphomata und von Ernst Osterkamp von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.
Mit den Autoren: Jeffrey Angles (USA), Bei Dao (China), Anneke Brassinga (Niederlande), Teju Cole (USA/Nigeria), Hiromi Itō (Japan), Kim Hyesoon (Südkorea), Barbara Köhler (Deutschland), Morten Søndergaard (Dänemark), Monique Truong (USA/Vietnam), Jan Wagner (Deutschland).
Musikalisch begleitet wird der Abend von der Pianistin Aki Takase.
Es lesen Ensemblemitglieder des Schauspiel Köln: Yuri Englert, Nicola Gründel und Philipp Plessmann.
Veranstaltung vom 22.01.2018.