Aufnahmedatum: 13/08/2015
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Wie vielerorts heute nicht „ich“ sondern „isch“ gesagt wird, ist nur eine von vielen Fragen, denen Soziolinguist/innen nachgehen. Dazu holen sie künftig auch den sprachlichen Alltag von der Straße ins Labor. Die Universität zu Köln eröffnet am 1. Juni das erste soziolinguistische Forschungslabor Deutschlands. Neben Sprachwandel und Sprachkontakt beschäftigen sich Forscher/innen hier auch mit Themen wie Lebensstil oder Kulturvergleich. Statt steriler Einrichtung bietet das Labor Wohnzimmeratmosphäre. Die Umgebung trägt dazu bei, dass die Leute so natürlich wie möglich sprechen.

„Gerade in Köln ist dieses Labor gut aufgehoben. Die schon bestehenden Forschungslabore in den Bereichen Neurolinguistik und Phonetik sind sehr erfolgreich. Durch das Sociolinguistic Lab wird das Profil der Kölner Linguistik ergänzt und vervollständigt“, erläutert Adli.

Die Universität zu Köln gewinnt durch diese Laborvielfalt in der Sprachforschung deutschlandweit ein Alleinstellungsmerkmal. Eines der Projekte von Professor Adli und seinem multilingualen Team ist die kulturvergleichende Sprachforschung. Hier untersuchen sie derzeit unter anderem in westlichen und nichtwestlichen Gesellschaften, wie Lebensstil und Sprachstil zusammenhängen. Demnächst erforschen sie außerdem, wie Migrant/innen ihr sprachliches Verhalten im Kontakt mit der neuen Landessprache verändern.

Weitere Infos:
http://sociolab.phil-fak.uni-koeln.de/22741.html